Musik für die Ballettstunde

Musik ist ein essenzieller Bestandteil einer jeden Tanzstunde. Musik inspiriert, sie leitet, sie unterstützt die Bewegungen und deren Qualität. Es ist wichtig, die richtige Musik für die jeweilige Übung zu finden.

Im Laufe der Jahre als Ballettlehrerin haben sich für mich einige Favoriten unter den Ballettmusikern herauskristallisiert. Ich will euch hier einige vorstellen und hoffe, dass auch ihr von deren Musik inspiriert werdet.

Mein Favorit unter den Ballettmusiker:innen ist David Plumpton. Die meisten seiner Stücke sind bekannte Lieder der Pop-, Musical- oder Filmmusik. Dies sorgt in jeder Stunde für Begeisterung bei den Teilnehmer:innen. Seine Stücke sind so aufgebaut, dass sich hierauf sehr gut hierauf choreografieren lassen. Allerdings sind die meisten Stücke sehr lang. Es bietet sich also an, die Übung für die rechte Körperseite als auch für die Linke in einem Musikstück unterzubringen. Erfahrungsgemäß ist dies jedoch bei Anfängergruppen nur bei sehr leichten Übungen möglich, da die Pause zwischen den Übungen der beiden Körperseiten für eventuelle Rückfragen wegfällt bzw. die Teilnehmer:innen solch lange Übungen noch nicht so gut erinnert können. Bei fortgeschrittenen Gruppen oder Teilnehmer:innen, die keine Probleme mit dem Erinnern an eine längere Bewegungsabfolge haben, sind die Stücke von Plumpton ideal, da sie eine Extraportion Spaß in die Stunde bringen.

Der nächste Musiker, den ich an dieser Stelle nennen möchte, ist Nate Fifield. Auch er hat Pop-, Musical- und Disneyhits für Ballettstunden vertont. Unter seinen Alben findet sich auch ein Weihnachtsalbum. Neu erschien ist 2021 „The Great Ballets, Vol.2“, in welchem Musikstücke aus Cinderella, Giselle, Romeo und Julia und anderen bekannten Balletten zu Pianomelodien geeignet für den Aufbau einer Ballettstunde umkomponiert wurden.

Ähnliches veröffentlicht auch Christopher N Hobson in seinen nun schon 15 Alben. Wer sich hier umschaut, wird garantiert etwas für den eigenen Geschmack finden. Auch Hobsons Stücke sind inspiriert von bekannten Musikstücken aus den unterschiedlichsten Genres. Was ich an seinen Stücken außerdem schätze, ist dass sie jeweils erst einige Sekunden nach dem Betätigen den Play-Taste starten. Vor allem für Anfängerstunden, die noch Anleitung und Demonstration benötigen, ist dies toll, da man als Lehrer noch kurz Zeit hat, selbst in Position zu kommen. 

Wer es durchweg eher klassisch ohne die eventuell ablenkenden Klänge bekannter Hits mag, dem möchte ich die Ballettmusikalben von Alessio De Franzoni empfehlen. Vor allem das Album „Piano Music for The Ballet Lesson 1: Barre Exercises” aus dem Jahr 2014 kommt bei mir oft zum Einsatz. Seine Stücke sind auf die jeweiligen Übungen sehr gut zugeschnitten, haben eine ideale Länge und sind rhythmisch sehr gut zu folgen.

Lisa Harris gehört auch zu meinen gern genutzten Interpret:innen. Toll an ihren Alben ist vor allem, dass die Titel direkt auch die Takteinheit angeben. So heißen ihre Titel für die Rond de Jambe-Übung bspw. „Stairway to Heaven (Rdj: ¾)“ oder „If It’s Magic (Rdj En L’air With Fondu: 4/4)”. Leider finden sich diese Angaben nicht bei allen ihrer Veröffentlichungen.

Abschließend möchte ich noch mein erstes Ballettalbum „Ballet Goes Pop – Volume 1“ der Modern Ballet Class Series von 2012 vorstellen, welches seit dem Kauf immer noch eines meiner Favoriten ist und regelmäßig zum Einsatz kommt. Die Musikstücke sind wieder inspiriert von bekannten Musikstücken, sind dabei aber perfekt strukturiert und machen es somit den Tänzer:innen leicht zu folgen und den Lehrer:innen leicht zu choreografieren. Super an diesem Album ist, dass alle Stücke in einer „normalen“ als auch einer „langsamen“ Version zu finden sind. So kann eine Übung über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt aber das Tempo und damit der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden, ohne dabei die Übung neu choreografieren zu müssen. Dies ist auch sehr praktisch, wenn man Teilnehmer:innen unterrichtet, deren Niveau noch nicht bekannt ist oder von Woche zu Woche (z.B. durch oft wechselnde Teilnehmer:innen) variiert. Das Tempo kann spontan in der Stunde an das Niveau der Tänzer:innen angepasst werden.

 

Auf meinem Spotify-Profil @annikamay findet ihr die Playlist „Ballet Favorites“ mit meiner augenblicklich favorisierten Musik für die Ballettstunde.

Hier ist der direkte Link zur Playlist: https://open.spotify.com/playlist/3LVmUEnZ78cUcsTtu3fHxS?si=170f76bacdbb4f41

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Unterrichten und Tanzen ♡ Annika.

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